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"Doch seht, die Hand dessen, der mich ausliefern wird, ist mit
meiner auf dem Tisch. Der Menschensohn geht zwar den Weg, der ihm bestimmt ist. Aber weh dem
Menschen, durch den er verraten wird." Da begannen sie zu streiten untereinander, wer von ihnen das
wohl sei, der dies tun würde. (Lk 22,21-23)
Vielleicht 1494 erhielt Leonardo den Auftrag, in der
Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie, die der Herzog von Mailand sich als Familienkapelle
und -mausoleum gewählt hatte, und die er von Bramante 1492 teilweise renovieren ließ, ein
"Letztes Abendmahl" zu schaffen. Das Gemälde sollte die Nordwand des Refektoriums schmücken.
Am 8. Februar 1498 bestätigt Luca Pacioli in der Widmung des Traktats "De divina proportione" an den Herzog
von Mailand, das Werk vollendet gesehen zu haben.
In Leonardos Ausführung des Abendmahls sitzt Judas an der gleichen Tischseite wie Christus
und die Apostel, und nicht nach dem traditionellen Schema ihnen gegenüber.
Das Gemälde überlebte einen Bombenangriff der Alliierten 1943, jedoch die feuchten Wände
haben schon bald nach Fertigstellung des Gemäldes eine ständige Zustandsverschlechterung
eingeleitet.
Die jüngste Restaurierung unter der Leitung von Pinin Brambilla Barcilon, 1978-1999, hat
viele Passagen in außergewöhnlicher Qualität ans Licht gebracht.
"Während nun auf der rechten Seite des Herrn unmittelbare Rache angedroht wird,
entspringt auf seiner linken lebhaftes Entsetzen und Abscheu vor dem Verrat.
Jakobus der Ältere beugt sich vor Schrecken zurück, breitet die Arme aus, starrt,
das Haupt niedergebeugt, vor sich hin, wie einer der das Ungeheure schon mit Augen zu sehen glaubt. (Johann Wolfgang von Goethe)
"Leonardo da Vinci langweilt mich. Er hätte bei seinen Maschinen bleiben sollen. Seine Apostel und sein
Christus sind sentimental. Ich bin sicher, dass diese jüdischen Fischerleute ihr Leben für ihren Glauben
einsetzten, ohne so auszusehen wie sterbende Enten bei einem Gewitter." (Pierre Auguste Renoir, 1841-1919)
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