"Der Engel mit dem langen Tuch" auf Verrocchio's "Taufe Christi"

176,9 x 151,2 cm, Tempera und Öl auf Holz, 1475-1478, Uffizien, Florenz
Der Engel mit dem langen Tuch auf Verrocchio's Taufe Christi Verrochio malte sein Gemälde in Tempera, Leonardo ergänzte in Öl den Engel links im Bild. Weiters übermalte er Teile der Christusfigur und der Landschaft (er änderte die Wasserführung).
In diesem Bild zeigt sich im Kontrast zu Verrocchios Gesichtern schon die typische Malweise Leonardos: Verkürzung des Gesichts, lichterfülltes Lockenhaar, sanfter Blick.
Das Werk entstand für die Kirche San Salvi, kam dann jedoch ins Kloster der Vallombrosanerinnen von Santa Verdiana. Später gelangte es in die Accademia di Belle Arti und befindet sich seit 1914 in den Uffizien.

Verrocchio (eigentlich Andrea di Michele di Francesco di Cione) wurde 1435 in Florenz geboren. Seine Lehrer waren Giuliano Verrocchio (Goldschmiedekunst), Donatello (Bildhauerei) und Alesso Baldovinetti (Malerei).
Sein Stil führte den Naturalismus in der Plastik des 15. Jh. zum Höhepunkt, bereitete die Hochrenaissance vor, übte jedoch noch bis zum Barock, besonders im Hinblick auf die räumlich bewegte Figur große Wirkung aus. Zu seinen Schülern zählten neben Leonardo da Vinci Botticelli, Lorenzo di Credi und Perugino.
Seine Hauptwerke sind der "David" (um 1475, Florenz, Museo Nazionale del Bargello), der "Knabe mit dem Delphin" (um 1476, Palazzo Vecchio, Florenz), der "Ungläubige Thomas" (1483, Kirche Orsanmichele), das Reiterdenkmal des Bartolomeo Colleoni (1479-1488, Campo dei Santi Giovanni e Paolo, Venedig), der Sarkophag für Giovanni e Pietro de Medici (1470-1472, Alte Sakristei von San Lorenzo, Florenz) und die "Taufe Christi". Verrocchio starb am 7. Oktober 1488 in Venedig.


Christoph Enzinger - Christoph.Enzinger@gmx.at