die Mona Lisa wurde mit Ölfarben auf Pappelholz gemalt. Es ist möglich, dass Lonardo zum Anrühren der Pigmente Leinöl verwendete (ansonsten kommen nur Walnussöl und Mohnöl in Frage).
Da mein Thema lautet:,, Das Geheimnisvolle um Leonardo da Vincis ,,Letzte Abendmahl" im Roman Sakrileg, interessiert mich wie Sie über den Roman Sakrileg denken bzw was sie von den Aussagen Dan Browns über das ,,Letzte Abendmahl" halten.
Ich stelle die unterschiedlichen Interpretationsweisen
a. von Kunstwissenschaftler und
b. Dan Browns gegenüber,
es wäre deshalb von Hilfe, wenn Sie mir erläutern wie Kunstwissenschaftler über dieses Werk denken bzw. es interpretieren und was Leonardo damit ausdrücken wollte.
"Seine Arbeitsmethoden. Wie ging er vor? Durch was wurde er insperiert?"
Du meinst als Maler? Er war Auftragsmaler. Primäre Inspiration war der
Auftraggeber. Sekundäre die Natur (fließendes Wasser, Nebel, Wolken).
Mindestens gleichwertige Inspiration scheint gewesen zu sein, etwas Neues
auszuprobieren: eine neue Technik, ein neuer Bildaufbau, eine neue
Darstellungsweise.
Wie Leonardo vorging? Das kann man nicht in zwei Sätzen beantworten, denn
Leonardo hat darüber ein Buch (den "Trattato della pintura", Traktat über
die Malerei) geschrieben, das ich auch in Teilen bereits gelesen habe
(müsste in jeder Universitätsbibliothek stehen). Oberste Maxime war: Erst
beobachten, dann skizzieren, dann malen. Leonardo arbeitete ungewöhnlich
lang an seinen Bildern.
Leonardo stellte über alles die "Erfahrung". Sie ist die universale
Lehrerin.
Was man an Leonardos Bildern deutlich sieht: Er hat sich intensiv mit dem
Bildsujet auseinandergesetzt.
"Spiegelt sich seine soziale/familiäre Situation in seinen Werken
wieder?"
Sigmund Freud meinte ja. Er hat sogar ein Buch über Leonardo geschrieben
(das findet man sogar in normalen Büchereien).
Sigmund Freud baut aber alles auf einer Fehlinterpretation auf...
Ich meine nein. Naja, jein. Natürlich stellt jemand, der homophil veranlagt
ist, junge Männer anders dar. Das tat ja auch Michelangelo (und zwar viel
extremer als Leonardo).
Der Roman "Sakrileg" ist ein spannend geschriebener Krimi, Trivialliteratur im besten Sinn. Ich habe ihn mit Begeisterung gelesen, aber Sherlock Holmes finde ich literarisch besser. Oder Laurie R. King, "Die Gehilfin des Bienenzüchters". Die Aussagen Dan Browns sind Unsinn, wie schon mehrfach im Web dargelegt (z.B in Wikipedia oder auch auf meiner Site, siehe http://leo.skyar.com/sakrileg.htm ) Auch sonst finden sich in dem Buch zum Teil haarsträubende Fehler. Aber es ein Krimi, kein Sachbuch, und schon gar kein Fachbuch.
Was Leonardo mit dem letzten Abendmahl ausdrücken wollte, kannst du auf meiner Seite http://leo.skyar.com/abendm.htm nachlesen. Leonardo verpackte in seinem Bild zwei revolutionäre Neuerungen: Judas sitzt nicht wie bisher üblich, auf der anderen Seite des Tisches (d.h. gegenüber von Jesus). Und vor Leonardo wurde meist der Zeitpunkt des Brotbrechens oder des Brotausteilens dargestellt. Bei Leonardo ist Lk 22,21-23 dargestellt. Diese zwei Neuerungen schlugen damals wie eine Bombe ein.
Ich halte die von dir geplante Gegenüberstellung für sehr problematisch, wenn du Dan Brown zum Wissenschaftler erklärst. Wenn du die Aussagen Dan Browns mit denen von Kunstwissenschaftler gegenüberstellst, musst du klar schreiben, dass Dan Brown ein Romanschriftsteller ist, der zum Teil schlecht recherchiert hat und das meiste aus anderen Büchern abgeschrieben hat. Diese Bücher hat übrigens, als sie erschienen sind, niemand ernst genommen. Also eigentlich vergleichst du nicht mit Dan Brown, sondern mit Michael Baigent, Richard Leigh und Henry Lincoln ("Holy Blood, Holy Grail", 1982) bzw. Margaret Starbird ("The Woman with the Alabaster Jar: Mary Magdalen and the Holy Grail", 1993). Lies dazu auch http://www.karl-leisner-jugend.de/Sakrileg.htm
Herr Prof. Frank Zöllner (Uni Leipzig), mit dem ich diesbezüglich immer wieder in Kontakt stehe, ist der selben Meinung: Es gibt nur mehr Fälschungen oder Werke aus der Schule Leonardos. Wenn Sie Expertisen bekommen (ohne eine solche sollten Sie das Gemälde gar nicht ernsthaft betrachten), dann kontaktieren Sie bitte Herrn Prof. Zöllner, er ist daran sehr interessiert: Telefon: (0341) 97 355-51 Fax: (0341) 97 355-59
Warum ich mich mit so großem Eifer darum bemüht habe, alles richtig zu stellen?
Nun, weil ich jede Woche mindestens ein E-Mail bekommen habe, was ich von
den Thesen in "Sakrileg" halte und ob das der Wahrheit entspricht. Auf die
Dauer nervt das. Und da der Film im Mai in die Kinos kommt, wollte ich
vorbeugen.
"Vielleicht gabs ja tatsächlich verbindungen zu Da vinci oder Michelangelo.":
Das bestreite ich ja nicht. Nur man muss ganz objektiv feststellen: Man weiß
es nicht.
"Ich denke ein autor kann ruhig ein wenig übertreiben.":
Es ist das gute Recht jedes Romanautors, sogar alles zu erfinden.
Aber kein Mensch liest Krimis von Agatha Christie als Tatsachenberichte.
"Und dass ist doch nicht schlimm wenn Dan Brown diesen effeckt erreicht hat":
Es freut mich sehr, dass sich jetzt viele Leute für Leonardo interessieren.
Seither gibt es viel mehr Schüler und Studenten, die mich um Hilfe bitten,
die schreiben, dass sie durch die Lektüre von "Sakrileg" animiert wurden.
Was hat ihn wozu bewegt? Welche Erfindungen meinst du? Ich kann diese Fragen nicht beantworten.
Leonardo war Zeit seines Lebens wohlhabend. "reich" würde ich es nicht nennen, aber auf keinen Fall "arm". Leonardo besaß ein (ererbtes) Weingut, das er nie verkaufen musste, er wurde von seinen Dienstherren (ja, Leonardo lebte nicht so sehr von seinen Aufträgen, sondern er war meist bei Hof fix angestellt) gut bezahlt. Leonardo konnte es sich leisten, ausgefallene Kleidung zu tragen. Und er besaß ein Bankkonto, das offenbar immer gut gefüllt war.
Es gibt von Leonardo keine Studie über die "Temperamente". Leonardo hat ganz allgemein viele verschiedene Charakterköpfe studiert, man bezeichnet das heute allgemein als "Karikaturen". Dass es sich um Temperamente handelt, ist eine Interpretation. Wie es z.B. auch in http://www.trak-beratung.ch/trakteam/elemente.pdf geschieht.
Sie suchen Faksimilie-Ausgaben seiner Schriften. Meines Wissens gibt es folgende:
Ich denke, Leonardos Aussagen zu "Schönheit" lassen sich im "Traktat über die Malerei" finden. Dieser ist auch in Bibliotheken zu finden.
Wegbereiter der Zentralperspektive war Giotto, entwickelt haben sie die beiden Architekten Brunelleschi und Leon Battista Alberti. Das theoretische und künstlerische Bemühen um die Perspektive erreichte bei Leonardo da Vinci und Albrecht Dürer den Höhepunkt.
Vorab ist zu relativieren: Was hat Leonardo eigentlich erfunden? Leonardo war ein begnadeter Zeichner und als solcher stellte er das technische Wissen seiner Zeit grafisch dar. Seine "technische Enzyklopädie" umfasst Erfindungen der letzten 1500 Jahre - und auch eigene Weiterentwicklungen. Diese als solche zu identifizieren ist sehr schwierig. Als Erfindungen Leonardos führt Serge Bramly in seiner Leonardo-Biographie folgende an: "Maschinen zum Spinnen mit geflügelter Spindel, zum Weben, zum Verwinden von Hanf, zum Rupfen der Mützen, zum Herstellen von Nadeln. Er ist unbestritten ein genialer Mechaniker, und er ist ein prophetisches Genie, der die industrielle Ära zumindest in jenem Sinn vorwegnimmt, dass seine "Maschinen" (zu denen die Werkzeuge, Musikinstrumente und Waffen hinzuzuzählen sind) auf eine systematische Automatisierung abzielen."
Und jetzt kann ich dir den zweiten Teil beantworten: Leonardo "erfand" (was heißt "erfinden"? Reicht eine visionäre Zeichnung oder muss man ein funktionierendes Modell bauen?) den Fallschirm, er hat ihn aber sicher nie ausprobiert. Er "erfand" die Luftschraube, diese hat und wird nie in dieser Form funktionieren. Den Taucheranzug hat er nicht erfunden - dennoch wurde diese "Erfindung" Leonardos nachgebaut, getestet und als funktionstüchtig befunden. No na.
Den "Panzer" hat Leonardo nicht erfunden. Den gab es schon 500 Jahre vor ihm. Und so wie er ihn gezeichnet hat würde er auch nicht funktionieren.
Das Fahrrad hat Leonardo nicht erfunden. Die Zeichnung ist eine Fälschung des 20. Jahrhunderts.
Bücher, in denen "Erfindungen" (wie gesagt, es liegt an dir zu differenzieren) Leonardos gut beschrieben sind:
Als Link kann ich dir das Wissenschaftsmuseum in Florenz empfehlen: http://brunelleschi.imss.fi.it/ingrin/index.html
Nach der Frau an der Seite Jesu im letzten Abendmahl werde ich, seit Dan Brown seinen Roman "Sakrileg" veröffentlicht hat, oft gefragt.
Nun, sehen Sie dort eine Frau? Ich nicht. Es gibt weder primäre noch sekundäre Geschlechtsmerkmale zu sehen. Der Johannes ist bartlos, ja. Reicht das aus, um ihn als Frau zu identifizieren? Könnte es nicht einfach so sein, dass er jünger ist als die anderen Apostel...? "Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!" (Joh 19,26) wird dadurch ganz plausibel: Jesus vertraut den jungen Johannes seiner Mutter an.
Angenommen, Leonardo malte eine - als solche erkennbare - Frau an Jesu Seite. Wie lange, glauben Sie, hätten die Mönche von Santa Maria delle Grazie da zugesehen? Der Raum ist schließlich das Refektorium, also der Speisesaal eines Klosters. Keinen Tag hätten sie das unwidersprochen hingenommen.
Ich sehe wohl eine Hand, jedoch nicht "wie zum Köpfen". Ich sehe die linke Hand des Petrus, die dieser seinem Mitapostel Johannes auf die Schulter legt. Johannes beugt sich zu ihm, da Petrus ihm etwas ins Ohr flüstern will.
Ist es ein "V"? Oder ein Pfeil nach unten (ergänzt durch die Mauer im Hintergrund)? Nach der Restaurierung sieht man es übrigens deutlich: Die Gewänder sind nicht rot/grün, sondern rosa/blau und rot/blau.
Haben Sie sonst noch Fragen? (Etwa, wem die Hand mit dem Messer gehört? - Petrus. Es ist eine Anspielung auf Joh 18,10-11.)
Hallo Herr Enzinger, ich mache beim MDR ein Rätsel mit, bei dem gefragt ist, auf welchem Holz die Mona Lisa gemalt ist. Ich weiß nur soviel, daß die It. Maler Linde oder Pappel verwendeten.
Ich habe auch an dem Rätsel ("Sonntagsraten") teilgenommen. "La Gioconda" wurde auf Pappelholz gemalt.
Nun, Leonardo vollendete prinzipiell sehr wenig. Reiterstandbilder zu vollenden ist noch viel schwieriger als Gemälde zu vollenden, denn man benötigt einen Auftraggeber, der einen Aufstellungsort hat, und der vor allem die Kosten der langwierigen Arbeit und des Materials (Bronze!) trägt. Leonardo war fasziniert von Pferden, nur gab es wenig Auftraggeber.
Im speziellen Fall des Reiterstandbildes des Francesco Sforza mussten wegen des Krieges mit Frankreich aus der bereits vorhandenen Bronze Kanonen gegossen werden.
Die Geburtstadt wurde nicht nach seinem Vater benannt. "da Vinci" heißt auf Deutsch "aus Vinci", heißt also nur, dass Ser Piero ("Ser" ist ein Titel für Anwälte) aus Vinci war. Und Leonardo auch.
Es ist definitiv ein Mann. Auch wenn ich mich auf den Kopf stelle oder die Augen zukneife sehe ich weder primäre noch sekundäre Geschlechtsmerkmale, die auf eine Frau hindeuten. Johannes trägt keinen Bart, aber reicht das aus? Ebenso könnte man behaupten, die Gestalt in der Mitte (von der alle behaupten, es wäre Jesus) ist eine Frau.
"So einen feminimen Jüngling gibt's gar nicht." Naja. Prinzipiell gibt es alles, insbesonders das, was es nicht gibt. In der Renaissance malte man zwar möglichst naturnah, aber nicht fotorealistisch. Leonardo war homophil veranlagt und idealisierte gern. Meinst du wirklich, die Mönche von Santa Maria delle Grazie hätten sich unwidersprochen von Leonardo eine Frau ins letzte Abendmahl malen lassen? Bei aller Liebe zur Freiheit der Kunst, aber die hätten das sofort ändern lassen!
Wieso hatte die Kirche die Wissenschaft der damaligen Zeit nicht anerkannt?
Wer ist "die Kirche"?
Viele Wissenschafter waren Kleriker, also hat "die Kirche" sehr wohl deren Forschungen gekannt.
Oft nicht unmittelbar geschätzt, weil sie im Widerspruch zur Bibel standen.
Und manches hat "die Kirche" wahrscheinlich deshalb nicht anerkannt, weil die Wissenschaft
in der Gesellschaft schlicht unbekannt war. Das ist auch heute noch so, trotz Massenmedien.
Oder weißt du, worüber z.B. in der Strömungsphysik gerade geforscht wird?
Wieso brachte die Renaissance so viele Wissenschaftler hervor?
Warum ist Da Vinci ein typischer Renaissance-Mensch?
Servus Maike,
> Religion ein Referat über Leonardo da Vinci
in Religion? Was ist das Thema?
> den Konflikt zwischen der Bruderschaft der Unbefleckten Empfängnis
> und da Vinci sachlich und auf Tatsachen beruhend zusammen zufassen.
Nun, Leonardo stand nicht mehr mit der Kirche im Konflikt als die meisten anderen Künstler.
Eine Aufgabe der Künstler ist es nun einmal zu provozieren.
Zu deiner Frage: Die "Bruderschaft von der Unbeflecktem Empfängnis" war nicht mit "der Kirche" gleichzusetzen.
Es handelte sich um eine Gemeinschaft, die sich für die Durchsetzung eines Dogmas stark machte. Das ist vergleichbar
mit einer Gruppe heutzutage, die sich für eine Heiligsprechung ihres Idols engagiert.
Die Bruderschaft wollte ein Altarbild haben, von dem sie eine ziemlich klare Vorstellung hatten.
Und Leonardo hielt sich nicht ganz an die Vorgaben - und, was das schlimmste ist, er malte keine Heiligenscheine.
Freunde: Luca Pacioli, Niccolo Macchiavelli,
Schüler: Giacomo Caprotti di Oreno, genannt Salai; Francesco Melzi, Zoroaster de Peretola
Dann meine zweite Frage. Giebt es ein Bild das der Fälschung Giuseppe Domenico Bossi: "Selbstbildnis Ähnelt ?
Die "7 Prinzipien" wurden relativ willkürlich von dem Managementberater Michael Gelb identifiziert. Gelbs Buch ("Das Leonardo-Prinzip. Die sieben Schritte zum Erfolg", vgs 1998, ISBN 3-8025-1378-9) ist spannend und inspirierend, jedoch Leonardo würde dazu wahrscheinlich den Kopf schütteln.
Die erste Frage ist einfach zu beantworten. Leonardo hatte nur einen einzigen Beruf: Er war Maler.
Die zweite ist schwieriger. Zu den Zielen schlage ich vor, dass du dir einfach etwas zu den einzelnen Bildern durchliest,
z.B. auf meiner
Site. Welche Art von Mensch war er? Dazu steht auf dieser Seite sicher schon einiges, daher nur soviel: Er war ein
typischer Renaissance-Mensch mit großem Wissensdurst.
Zu Beates Anliegen "Psyche und Persönlichkeit": Natürlich bietet sich da "Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci" von Sigmund Freud an. Obwohl seine Analyse auf einem Übersetzungsfehler besteht sind seine Schlüsse sehr interessant (man bedenke, dass Leonardo ein uneheliches Kind war, bei seinen Großeltern aufgewachsen ist, nie verheiratet war und homoerotische Neigungen hatte). Dieses Werk ist als Fischer Taschenbuch erschienen.
Sehr gut ist die Darstellung auch im Spektrum der Wissenschaft-Sonderheft Biografie 1/2000. Das solltet ihr euch überhaupt zulegen, auch für die anderen Bereiche. Man kann es auch im Web bestellen, unter www.spektrum.de - Sonderhefte - Spektrum Biografien - runterscrollen
Zur Frage von Urthe "Wirkung Leonardos": Das ist ganz schwierig zu beantworten. Ich kann dir nur empfehlen, zwei Bücher zu lesen und kreativ zu sein.
Damals wirkte er durch seine öffentlich zugänglichen Bilder,
z.B. das Letzte Abendmahl, das von ganz Mailand bestaunt wurde und
von jedem Maler kopiert wurde.
Er wirkte auch bei Hof seiner verschiedenen Dienstherren als
Ausrichter von Festen, Musiker und Unterhalter (Rätselerzähler).
Es gibt natürlich Spekulationen über Leonardo und Niccolo Machiavelli (mit dem er befreundet war) und über Leonardo und Cesare Borgia und über Leonardo und Sultan Bayzid II (Brücke über das Goldene Horn!), aber nichts ist sicher.
Und heute? Sei kreativ, schreibe mir deine Ideen, ich werde meinen Senf dazugeben.
Ich zitiere aus einigen Büchern:
Zwischen Michelangelo Buonarotti und Leonardo herrschte große Feindseligkeit - und diese Rivalität war auch der Grund, weshalb Michelangelo Florenz verließ, übrigens mit der Einwilligung des Herzogs Giuliano, da der Papst ihn wegen der Fassade von San Lorenzo nach Rom berufen hatte. Als Leonardo das erfuhr, zog er ebenfalls davon und begab sich nach Frankreich, wo der König, der bereits einige Werke von ihm besaß, ihm sehr gewogen war. [Vasari 1550, S.334]
Man darf jedoch nicht vergessen, dass Vasari erst 8 Jahre alt war, als Leonardo starb, er jedoch später mit Michelangelo befreundet war.
Objektiv kann man feststellen, dass
Michelangelo war in vieler Hinsicht das genaue Gegenteil von Leonardo. Zwar betätigte auch er sich auf den verschiedenartigsten Gebieten,
war Bildhauer, Baumeister, Dichter und Maler, aber er hatte kein Interesse für Wissenschaft. Leonardo konnte das Gesicht
eines Menschen wie das eines Löwen oder eines Pferdes behandeln, weil der Mensch für ihn auch nur ein Stück Natur war.
Für Michelangelo dagegen war der Mensch ein einzigartiges, gottähnliches Wesen und der Künstler nicht der nüchtern
beobachtende Wissenschaftler, sonder ein Schöpfer, unter dessen Händen die Marterie zum Leben erwachte. Dazu brauchte der
Künstler mehr als nur tiefgründigen Verstand, er musste erleuchtet sein, und Erleuchtung konnte nur von Gott kommen,
dem der Künstler in gewisser Hinsicht verwandt war. Michelangelo selbst wusste kaum, ob er seine Begabung als einen Segen oder
einen Fluch betrachten sollte. Seine gewalttätige Natur, die dauernd zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankte,
erfüllte seine Mitmenschen mit solcher Scheu, dass sie etwas Übermenschliches in ihm vermuteten. Mehr als irgendein anderer trug
er zu unserer Vorstellung von einem Genie bei, so dass wir noch heute dazu neigen, Genialität als eine fremde, unkontrollierbare
Kraft zu betrachten, die den Künstler in den Bann schlägt.
Horst W. Janson, "Kunstgeschichte für junge Leser. Von der Höhlenmalerei bis zur Moderne", DuMont 2000, S. 120
Tja, das in ein paar Sätzen zu sagen ist auch wirklich schwierig.
Einige Hinweise dazu:
Leonardo war ein typischer Renaissance-Mensch - mit einigen Ausnahmen. Diese kannst du in der Zwischenbilanz nach der zweiten Runde Risiko nachlesen.
Und was er dachte? Nun, ich habe noch kein Gesamtbild von seinem Denken. Es ist sehr komplex... Was er über das Verhältnis zwischen Malerei und Bildhauerei zu sagen hatte, findest du weiter oben.
"Auch Leonardo da Vinci hat die Frage beschäftigt, wie seine Zeitgenossen möglichst abrupt aus dem Schlaf
zu reißen sind - und ihn auf ziemlich Heimtückisches gebracht: Wenn sich die Waagschale der Wasseruhr
zur gewünschten Zeit mit Wasser füllte, löste sie einen Hebel aus, durch den ein Teil des beschlafenen Bettes
in heftige Bewegung versetzt wurde."
Aber in Rom? Derzeit keine Ahnung.
Nein, ganz und gar nicht.
Ja, er ist schon etwas Besonderes. Aber auch dieses selbstkritische Hinterfragen gehört zur Renaissance. Und Leonardo zweifelte an seinen Fähigkeiten leider zu Recht, war er ja Autodidakt in vielen Gebieten. Um mit Wissenschaftern diskutieren zu können, musste er zuerst mühevoll Latein lernen (als uneheliches Kind durfte er ja nicht länger zur Schule gehen bzw. studieren)
Das bewusst unvollendet Lassen kam erst ein wenig später in Mode, von Michelangelo gibt es einige solcher Werke. Ich denke, Leonardo vollendete diejenigen Werke nicht, wo er eine neue Idee verwirklichte. War die Idee umgesetzt, dann war der Rest uninteressant für ihn.
Ganz einfach zu beantworten: Öl.
Sogar alle seine Wandgemälde waren keine Fresken, sondern Ölgemälde,
bzw. Öl und Tempera.
Seine Jugendwerke sind noch in Tempera, aber er verwendete am liebsten Öl.
Nur Öl erlaubt viele verschiedene Schichten übereinander zu legen
(bei Leonardo-Werken gibt es bis zu 30 Schichten!).
Ausserdem muss man bei Öl nicht schnell malen (Leonardo malte
ausgesprochen langsam!)
Gemalt hat er eigentlich nichts Groteskes, es gibt ein paar
Zeichnungen mit Karikaturen, mit Gesichtern alter und verkrüppelter Menschen,
mit Drachen und anderen Phantasie-Tieren.
Die Gesichts-Studien machte Leonardo einerseits aus Neugier, andererseits aus Lust am Zeichnen,
aber vor allem aus dem tiefen Bedürfnis heraus, wahrhaftig zu sein. Er wollte den Menschen
mit seiner gesamten Pychologie darstellen, nicht nur angezogene Puppen.
Auch in dieser Hinsicht ist er ein typischer Renaissance-Mensch. Ein Forscher.
O.K, es heißt er war sein Leben lang Junggeselle, weiß man inzwischen ob er schwul war oder eine heimliche Geliebte hatte oder irgendwas in der Art??
Also, prinzipiell gibt es viele Menschen, die das ganze Leben ohne Partner
verbringen und deshalb noch lange nicht homosexuell sind.
In der "Zwischenbilanz nach der zweiten Runde" (von Risiko) schreibe ich auch
einiges zu diesem Thema.
Mein Standpunkt: Leonardo war nicht schwul (ganz im Gegensatz dazu Michelangelo, der diese Neigung
exzessiv auslebte), er hatte jedoch eine Sexualneurose und aufgrund dieser sicherlich nur oberflächlichen
Kontakt mit Frauen.
In seinen Tagebüchern ist doch eine Caterina erwähnt, war das jetzt seine Magd?? Ich habe gelesen dass manche vermuten es wäre seine Mutter??
Ich zitiere aus meiner Leonardo-Biographie:
Was ist die Original Mona Lisa wert??
| Eine originelle Frage. Da die Mona Lisa noch nie verkauft wurde,
kann über einen Verkaufswert (der einizige,
der in einer Geldsumme ausgedrückt werden könnte) nur spekuliert werden.
Weißt du, Miriam, es gibt viele Dinge, die man nicht messen kann. Dass die Wissenschaft sie dennoch zu messen
versucht, ist eine andere Geschichte. Exkurs: Intelligenz. Die sachkundigste Definition ist folgende:
"Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst." - Siehst du das Problem? Genauso absurd ist es zu fragen, wieviel die Miriam Feja wert ist. Die Mona Lisa hat vieles an sich, was sie geheimnisvoll macht: Man weiß nicht, wer der Auftraggeber war. Man weiß nicht, wen das Bild darstellt. Man weiß nicht, warum Leonardo das Bild bis an sein Lebensende nie hergab. Dazu kommt das mysteriöse Lächeln. Ausserdem ist es, obgleich lnks und rechts beschnitten (es war im Original größer!) und nicht immer perfekt restauriert, ein geniales Gemälde. Und es hat eine unglaubliche Geschichte: Diebstahl, Attentate. All das macht ein berühmtes Bild nur noch berühmter. Und all die schönen, geheimnisvollen und auch wehmütigen Erinnerungen, die ein Mensch an dich, Miriam, knüpft, machen dich für ihn nur noch viel wertvoller. |
![]() |
O.K, nur noch eine allerallerletzte Frage:
Die Leda aus der Sammlung Gallotti
(Frau mit Schwan, Blumen in der Hand, sie blickt gerade 4 Kinder an die scheinbar eben aus
zwei Eiern geschlüpft sind) was weiß man über die Bedeutung dieses Bildes??
Also, ich bin dankbar für jede beantwortete Frage.
Leo und seine Bilder fangen mich an auch persönlich zu interessieren und ich kenn sonst keinen daVinci Experten! (Miriam Feja, 18.01.2001)
Siehe: Leda
Leonardos philosophischem Schaffen lässt sich in folgenden (mir bekannten) Publikationen nachspüren:
Modelle nach Zeichnungen von Leonardo da Vinci stehen im
Museo Nazionale della Scienza e della Technica - Leonardo da Vinci
Via S.Vittore 21 - 20123 Milano
Tel. +392/485551 Fax +392/48010016
E-mail:museo@museoscienza.org
und natürlich auch in den Museen in Vinci und in Amboise:
| Museo Leonardiano di Vinci Castello dei Conti Guidi 50053 VINCI - FI - Italy Tel: +39-571-56055 E-mail: leonardiana@leonet.it Clos-Lucé |
![]() |
Das waren die Museen. Aber wie Sie vielleicht wissen, gibt es eine sich seit 1994 auf Tornee befindliche Ausstellung "Leonardo da Vinci - Wissenschaftler, Erfinder, Künstler". Sie wurde bisher in Malmö, Stockholm, Göteborg, Speyer, Rotterdam, Wien, Boston, Singapur, Seoul, Victoria, Pretoria, Ljubljana, Taipeh und Kaohsiung gezeigt. In Wien habe ich sie gesehen: Die Ausstellung besteht zum größten Teil aus Modellen zu Zeichnungen von Leonardo da Vinci. Und sie müssen jetzt nicht nach Asien reisen: Diese Ausstellung wird als Abschluss der Tournee vom 2. September 2000 bis 7. Januar 2001 im Schweizerischen Landesmuseum Zürich gezeigt: http://www.leonardodavinci.ch/
Das Werk wurde entweder im Auftrag des Herzogs von Mailand, Ludovico Sforza,
oder direkt im Auftrag der Mönche von Santa Maria delle Grazie für das
Refektorium (= Speisesaal) des Dominikanerklosters geschaffen.
Es hatte den gleichen Verwendungszweck, wie fast alle Werke der bildenden Kunst: Verschönerung.
: Welche Beziehung hat das Dargestellte zur Realität?
Da es keine geschichtlichen Quellen zum letzten Abendmahl gibt, ist das
schwer zu beantworten. Mit dem biblischen Bericht stimmt es überein,
auch mit dem, was da gefeiert wird: Seder (Pessach).
Jedoch: "Das letzte Abendmahl" mag authentisch sein,
realistisch ist es nicht: Wenn man darauf
hingewiesen wird, fällt es auch auf: Christus
ist deutlich größer dargestellt als die Apostel.
Weiters ist die Zentralperspektive so ausgeführt, dass
sie nur von einem im Raum befindlichen Menschen
richtig gesehen wird, das heißt, das Bild muss
sich zwei Meter über dem Boden befinden, damit es stimmt.
Ein Photo vermittelt einen falschen Eindruck.
Auch ist manche Handzugehörigkeit nicht
ganz eindeutig zu klären...
Wie war das historische Umfeld der Zeit, in dem das Bild entstand?
1495-1497. Siehe Geschichtebuch.
Markant für Florenz und Umgebung war, dass Girolamo
Savonarola die Macht in Florenz übernahm (theokratische Diktatur)
und eine Schreckensherrschaft aufzog.
Sehr geehrte Frau Geratz!
Ihr Brief suggeriert, dass Sie davon ausgehen, dass es
ein Haus gibt, an dem eine Gedenktafel haengt: "In diesem Haus
malte Leonardo da Vinci die Mona Lisa".
Die Frage ist, definitiv, wissenschaftlich belegbar
sagen zu koennen, wo Leonardo die "Mona Lisa" malte.
Es herrscht naemlich weder Klarheit darueber, wen dieses
Gemaelde darstellt, noch wer es in Auftrag gegeben hat
und wann es gemalt wurde...
Peter Hohenstatt vertritt in seinem 1998 erschienen Buch
die Auffassung, dass die Mona spaeter entstanden ist.
Er argumentiert mit der Auftragslage zur angeblich Enstehungszeit
(1503-1506), der technischen Ausarbeitung der Landschaft
und insbesonders mit den optischen Studien aus Manuskript D,
die Grundlage fuer die besondere Darstellung ("beidäugiges Sehen" -
Leonardo malte gleichzeitig das Bild des linken und des rechten Auges,
was eine seltsame Dreidimensionalitaet bewirkt...) sind.
Dieses Manuskript D enstand aber sicher nicht vor 1508.
Zu dieser Zeit war jedoch Leonardo bereits in Mailand...
Moeglich ist auch, dass es auch erst 1513 in Rom begonnen wurde,
im Auftrag von Giuliano de Medici (was auch einige historische Quellen
belegen). Dafür spricht, dass das Bild bis Leonardos Tod in seinem Besitz
blieb - weil der Auftraggeber Giuliano de Medici inzwischen verstorben war...
Da sich die Identifizierung des Gemaeldes als "Mona Lisa"
Gattin des Florentiner Kaufmanns Francesco del Giocondo
(und die damit verbundene Altersbestimmung)
ausschließlich auf Vasari stützt (der das Bild selbst nie zu
Gesicht bekam und vor allem kein Zeitgenosse Leonardos war),
dürfte die Identifizierung und Datierung falsch sein.
Ein Haus zu bestimmen ist also pure Spekulation und kann nur
als Touristenattraktion in einem Reisefuehrer zu finden sein.

Servus Christoph, na da lobe ich mir mal wieder das Internet und die schnellen Datenwege und
die Mails usw. Vielen Dank für Deine prompte antwort aus Wien. Habe mich
sehr gefreut und Du hasst mich in der Recherche ein gutes Stück voran
gebracht. Wir haben bei uns in der Zeitung eine Serie, die Stichtag heisst.
Für diese Serie ist der Text über den Diebstahl der Mona Lisa am 21.8.1911
vorgesehen. Natürlich werde ich ihn Dir mailen, sobald er fertig ist. Oder
ich schicke Dir mal eine Ausgabe unserer Zeitung zu. Es ist im übrigen die
Westdeutsche Zeitung....
Werde mal wieder auf Deiner Site vorbeischauen....
Vielen Dank nochmal und schöne Grüße aus Mönchengladbach