Boltraffio: Madonna Litta

41,9 x 33 cm, Tempera auf Holz, auf Leinwand übertragen, 1490, Eremitage, St.Petersburg
Madonna Litta Die stillende Madonna war 1543 im Besitz des Michiel Contarini in Venedig und gelangte dann in die Casa Litta nach Mailand, wo Zar Alexander II. sie für die Eremitage erwarb.

Die "Madonna Litta" ist eines der Gemälde, bei dem die Forschungsmeinungen von einer unzweifelhaften Zuschreibung bis hin zu einer totalen Ablehnung der Urheberschaft Leonardo da Vincis reichen. Argumente für eine Ablehnung werden vor allem in der glatten, regelmäßen Modellierung der Figur, dem starken Kontrast zwischen der Farbigkeit des Gewandes und der vorhandenen Atmosphäre in der Landschaft, in dem unschönen Gesicht des Christuskindes und in der Malweise in Tempera gesehen.
Gegen diese Argumentation spricht, dass dieses Gemälde sich in einer Liste mit Werken befindet, die Leonardo im Jahre 1482 nach Mailand genommen hatte. Manche Kenner geben deshalb dieses Bild in der Konzeption Leonardo und in der Realisation dem Mailänder Künstler Boltraffio.

Madonna Litta in der Eremitage in St. Petersburg


Christoph Enzinger - leo@cosy.sbg.ac.at